Blackbox Abschiebung

Blackbox Abschiebung
  • Datum & Zeit
    20/09/2016, 18:00
  • Veranstaltungsort
    City Kino Wedding
  • Zu Gast
    Miltiadis Oulios, Journalist und Schriftsteller
  • Kooperation
    Im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben

„Delete Abschiebung. Update the system!“ – mit diesem Fazit endete Miltiadis Oulios‘ multimedialer Vortrag zum Thema Abschiebepraxis in Deutschland, den er in Anlehnung an sein Buch „Blackbox Abschiebung – Geschichte, Theorie und Praxis der deutschen Migrationspolitik“ im City Kino Wedding hielt.

„Wenn ich alleine wär‘, hätte ich schon längst Selbstmord begangen“, erklärt ein Junge, den Oulios als Fallbeispiel interviewt hat, von der Leinwand. Er spricht von seiner Enttäuschung, nach vielen Jahren in Deutschland in den Kosovo abgeschoben zu werden, wo seine taubstummen Geschwister wenig Aussicht auf ein eigenständiges Leben haben.  Die „Grenze der Menschlichkeit“ macht der Referent für solche Entscheidungen verantwortlich, also das Zugestehen von Menschenrechten, nicht aber von Bürgerrechten.

Oulios plädierte für einen  Kosmopolitismus, der für das Recht auf Freizügigkeit legale Wege schafft und damit die Trennung zwischen Bürger- und Menschenrechten überwindet. Die EU habe ein mit dem Schengenraum ein solches Modell von Freizügigkeit geschaffen.

Im anschließenden Gespräch mit Moderatorin Heidi Kuhlmann und dem Publikum ging Miltiadis Oulios unter anderem auf den Titel des Buches ein: Blackbox, weil sowohl bildlich als auch wortwörtlich der Abschiebeprozess im Dunkeln erfolge und medial nur kleinste Teile beleuchtet werden. Interessanten Input gab es von Seiten der Besucher, die Zusatzinformationen zur Perspektive der Behörden anfügten und sich teilweise kritisch gegenüber einer zu emotional geführten Debatte zeigten.

Die Veranstaltung wurde gefördert vom  Bundesfamilienministerium im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

1945. Niederlage. Befreiung. Neuanfang.

1945. Niederlage. Befreiung. Neuanfang.

45.000.000 Kriegstote, 40.000.000 Heimatslose, 40.000.000 Flüchtlinge: eine prekäre Situation in der sich Europa am 08. Mai 1945 befindet. 70 Jahre nach Kriegsende bietet das Deutsche Historische Museum mit der Ausstellung „1945 – Niederlage. Befreiung. Neuanfang“ einen Einblick in die Herausforderungen des Wiederaufbaus, in die Aufarbeitung des Geschehenen und in persönliche Geschichten von einer Vielfalt an Akteuren und aus 12 Länderperspektiven.
Die Führung durch die Ausstellung war nicht nur faktisch reichhaltig und informativ, sondern auch das Vorgehen der Suche nach einer kollektiven Entschuldigung für die Geschehnisse wurde thematisiert. Kritische Fragen kamen auch von seitens der Teilnehmer, als angesprochen wurde, wie und warum NS Täter nach Kriegsende in die Gesellschaft integriert wurden und weiterhin hohe staatliche Posten besetzen konnten.  Die Geschichte des Brautkleides welches aus Fallschirmseide gefertigt wurde, gab der Führung noch eine persönliche und emotionale Abschlussnote.

 

Profiteure der Angst: Warum wächst der Populismus in Europa?

Profiteure der Angst: Warum wächst der Populismus in Europa?
  • Datum & Zeit
    29/06/2015, 18:30
  • Veranstaltungsort
    Großer Saal des Tagesspiegel
  • Zu Gast
    Nick Pickard, Gesandter des Vereinigten Königreichs, Claudia Roth, Bundestagsvizepräsidentin und Mdb für die Grünen,Prof. Dr. Hajo Funke, Freie Universität Berlin, Politikwissenschaftler und Extremismusforscher und Prof. Dr. Markus Tiedemann, Freie Universität Berlin, Philosophie-Professor und Experte für die ethische Orientierung von Jugendlichen.
  • Moderation
    Gerd Appenzeller, der Tagesspiegel
  • Kooperation
    Der Tagesspiegel und Freie Universität

„Schwierige Fragen und einfache Antworten sind ein Turbo für Populisten“, so Claudia Roth zum Einstieg in die Diskussion, warum insbesondere Populisten in Europa in Krisenzeiten aus Wahlen gestärkt hervorgehen. Den Populismus á la Marine Le Pen bezeichnet Roth als brandgefährlich: Le Pen komme nett daher und bringe rechte Forderungen in die Mitte der Gesellschaft.

Hajo Funke verwies vor den knapp 170 Gästen darauf, dass das Krisenmanagement der europäischen Regierungen zu wünschen übrig lasse und dadurch Populisten an Boden gewinnen. Markus Tiedemann hob hervor, dass Populisten auch in Volksparteien vorkommen und Teil von Politik sind. Entscheidend sei, ob sich Populisten der Gegenrede entziehen und auf diese Weise inkonsequente Argumentationslinien nicht aufgezeigt werden könnten. Auf die Frage, ob das Referendum in Großbritannien Ergebnis der populistischen UKIP sei, erwiderte Nick Pickard, dass in Großbritannien eine Europa feindliche Presse nun endlich dazu übergegangen ist, die Vor- und Nachteile der EU Mitgliedschaft ausgewogener darzustellen.

Unter diesem Link finden Sie einen Artikel des Tagesspiegels.

Die Zukunft der Ukraine

Die Zukunft der Ukraine

„Die Menschen waren bereit, mit der EU Flagge zu sterben“ – mit diesem dramatischen Einstieg begann Botschafter Melnyk vor vollem Haus in der Schwarzkopf-Stiftung und bezeichnete den Maidan als „Revolution der Würde“. An diesem Abend sollte es jedoch um die Zukunft der Ukraine gehen. Diese verordnet  Melnyk eindeutig im freien Europa und forderte, dass Reformen in der Ukraine vehement angegangen werden müssten. Insbesondere um den Strukturwandel hinzu einer verbesserten Wertschöpfung umzusetzen.  Dabei sieht Melnyk die Ukraine auf einem guten Weg und Europa als wichtigste Stütze. Dies würde auch durch den steigenden Handel untermauert, schließlich habe die EU Russland mittlerweile als größten Handelspartner abgelöst.